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Hardyscheibe (5505 views - Maschinenbau)

Die Hardyscheibe (Gelenkscheibe), auch Giubo-Kupplung, bzw. Giubo-Kopplung, ist eine meist aus Gummi oder einem anderen elastischen Material gefertigte Scheibe mit zumeist einvulkanisierten Buchsen aus Metall, die bei Kardanwellen (Gelenkwellen) dafür sorgt, dass leichte Versetzungen der beiden Achsen, also Fluchtfehler, ausgeglichen und gleichzeitig Drehmoment-Stöße gedämpft werden, die bei Änderung der Drehzahl oder dem Anlauf der Welle entstehen. Oft ist es notwendig, dass die Gelenkscheibe dann mittels einer Zentrierung zusätzlich gehalten wird, z. B. bei sehr langen Wellen oder bei sehr schnell drehenden Wellen.
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Hardyscheibe

Hardyscheibe

Die Hardyscheibe (Gelenkscheibe), auch Giubo-Kupplung, bzw. Giubo-Kopplung, ist eine meist aus Gummi oder einem anderen elastischen Material gefertigte Scheibe mit zumeist einvulkanisierten Buchsen aus Metall, die bei Kardanwellen (Gelenkwellen) dafür sorgt, dass leichte Versetzungen der beiden Achsen, also Fluchtfehler, ausgeglichen und gleichzeitig Drehmoment-Stöße gedämpft werden, die bei Änderung der Drehzahl oder dem Anlauf der Welle entstehen. Oft ist es notwendig, dass die Gelenkscheibe dann mittels einer Zentrierung zusätzlich gehalten wird, z. B. bei sehr langen Wellen oder bei sehr schnell drehenden Wellen.

Einsatzbeschränkungen

Im Gegensatz zum funktional ähnlichen Kardangelenk sind Hardyscheiben nur einsetzbar, wenn kaum Winkelversatz und Fluchtfehler auszugleichen sind. Eine Hardyscheibe, die sich umlaufend stark verwindet, würde in kürzester Zeit durch innere Wärme aus der Walkarbeit zerstört. Zulässig ist ein Winkelversatz von bis zu 3 Grad bei Gelenkscheiben mit Gewebeeinlage, bei Hardyscheiben aus reinem Gummi noch weniger, weil die Drehmomentübertragung nur über das Elastomer stattfindet.

Namensherkunft

Der vornehmlich im deutschen Sprachgebrauch übliche Name Hardyscheibe geht auf den Engländer John Leslie Hardy zurück, der durch seine Firma Hardy Spicer & CO Ltd. die Konstruktion 1938 als Erfinder beim königlichen Patentamt in Großbritannien unter der Nummer GB497903 eintragen ließ. Im Englischen wird die Scheibe meistens nur als „flexible joint disc“ oder „flex disc“ bezeichnet, ohne auf Hardy einzugehen. Die Bezeichnung Giubo ist etymologisch eine Zusammenziehen des italienischen Wortes giunto ('Gelenk', 'Verbindung' oder 'Kopplung') und des Nachnamens des Ingenieurs, der sie erfunden und patentiert hat, Antonio Boschi. Später gründete er GIUBO SpA zur Herstellung von flexiblen Gelenkscheiben.[1]

Anwendungsbereiche

Klassisch werden Hardyscheiben in der Antriebstechnik von Automobilen eingesetzt; ihre typische Anwendung ist am Getriebeausgang von Fahrzeugen mit Hinterradantrieb, z. B. bei BMW und Mercedes-Benz. In der Industrie und in der Landwirtschaft finden Hardyscheiben Anwendung bei allen drehenden Wellen. Diese werden so von Vibrationen abgekoppelt und von harten Schlägen verschont, weshalb Anbauteile geringer dimensioniert ausgelegt werden können. Beispiele dafür sind Mähdrescher, Traktoren, Gabelstapler und Schwingungsdämpfer im Antriebsstrang von Motorenprüfständen. Auch Schiffsantriebe lassen sich mit Hardyscheiben ausrüsten, die dann korrekt als Laschengelenkscheiben bezeichnet werden. Eine weitere Anwendung der Hardyscheibe findet man auch bei der Lenkung zwischen Lenkrad und Lenkgetriebe.

Montageweise

Montiert wird die Hardyscheibe durch das Verschrauben der Buchsen mit den zu verbindenden Wellen, wobei jeweils abwechselnd eine Buchse mit der Antriebs- und eine andere Buchse mit der Abtriebswelle verbunden wird, um zu gewährleisten, dass die Kräfte durch die elastische Scheibe gehen.

Sonderformen

Es gibt auch Hardyscheiben ohne einvulkanisierte Buchsen. Sie werden nicht verschraubt, sondern nur zwischen Zapfenscheiben aufgesteckt. Wegen der Fliehkraft ist aber in den meisten Fällen außen ein Metallring über das Gummielement (Hardyscheibe) geschoben. Der Kardanantrieb am Getriebeausgang von BMW-Motorrädern der 1950er und 1960er Jahre ist dafür ein Beispiel: BMW R 25/3, BMW R 26, BMW R 27. Heute (2008) ist das Irbiter Motorradwerk der einzige Hersteller, der noch Hardyscheiben in seiner aktuellen Modellpalette einsetzt.

Siehe auch

Antriebsgelenkscheibe



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Maschinenbau

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