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Autorikscha (7428 views - Cars & Motorbikes & Trucks & Buse)

Eine Autorikscha ist die motorisierte Variante der ursprünglich aus Japan stammenden Rikschas. Diese sind zwei- oder dreirädrige, entweder von einer Person zu Fuß oder mit einem Fahrrad (Fahrradrikscha) gezogene kleine Fahrzeuge zur Waren- oder Personenbeförderung. Wegen des typischen Motorgeräusches der früher üblichen Zweitaktmotoren werden sie lautmalerisch manchmal auch „Tuk Tuk“ genannt. Autorikschas sind seit dem Ende des 20. Jahrhunderts eine weit verbreitete Taxi- und Transportart auf dem Indischen Subkontinent, in Südostasien und in Afrika (beispielsweise in Ägypten und Kenia). Seit dem neuen Jahrtausend werden Autorikschas in Europa an vielen Orten verstärkt als Beförderungsmittel für Touristen verwendet.
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Autorikscha

Autorikscha

Eine Autorikscha ist die motorisierte Variante der ursprünglich aus Japan stammenden Rikschas. Diese sind zwei- oder dreirädrige, entweder von einer Person zu Fuß oder mit einem Fahrrad (Fahrradrikscha) gezogene kleine Fahrzeuge zur Waren- oder Personenbeförderung.

Wegen des typischen Motorgeräusches der früher üblichen Zweitaktmotoren werden sie lautmalerisch manchmal auch „Tuk Tuk“ genannt.

Autorikschas sind seit dem Ende des 20. Jahrhunderts eine weit verbreitete Taxi- und Transportart auf dem Indischen Subkontinent, in Südostasien und in Afrika (beispielsweise in Ägypten und Kenia). Seit dem neuen Jahrtausend werden Autorikschas in Europa an vielen Orten verstärkt als Beförderungsmittel für Touristen verwendet.

Fahrzeugtechnik

Eine Autorikscha hat üblicherweise drei Räder – eins vorn und zwei hinten. Sie hat hinter dem Platz für den Fahrer entweder eine geschlossene oder offene Kabine für die Fahrgäste, eine Ladefläche oder einen Transportraum. Zudem werden zahlreiche Modelle wie ein Motorrad mit einer Lenkstange gesteuert.

Darüber hinaus ist das Konzept nicht präzise abgegrenzt. Es gibt in Serie hergestellte Autorikschas verschiedener Hersteller, deren konstruktives Grundmuster meist der Piaggio Ape entspricht. Die in kleinen Werkstätten zusammengebauten Konstruktionen bestehen dagegen oft aus dem Vorderteil und Motor eines Mopeds oder Motorrads und einem angebauten Rahmen mit zwei Rädern und sind je nach Basisfahrzeug deutlich stärker motorisiert und schneller als die industriell hergestellten Modelle. Bei diesen Bauten ist die Grenze zu einem Motorrad mit Beiwagen manchmal fließend.

Früher waren Autorikschas üblicherweise mit Zweitakt-Ottomotoren ausgestattet. Bei älteren Modellen befindet sich der Motor vorn, bei neueren liegt er hinten unterhalb der Fahrgastkabine. Moderne Versionen werden mit Erdgas oder Flüssiggas betrieben oder sind mit Elektroantrieb ausgestattet.

Indien

Autorikschas sind ein wesentlicher Bestandteil des Straßenverkehrs in Indien und ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Indien ist weltweit der größte Markt für Dreiräder, mit einem Verkaufsvolumen 2005 von 307.887 Einheiten, mit einem jährlichen Wachstum (in den fünf Jahren zuvor) von 14 %. Dabei werden 44 % der Fahrzeuge für den Waren- und 56 % für den Personentransport verkauft.[1]

Im Jahr 2008 wurde von einem Fahrzeugbestand von 2,5 Millionen ausgegangen.[2] Für Delhi wird die Fahrzeugzahl von 70.000 angegeben.[3] Die Anzahl der Autorikschas belief sich 2009 in Bangalore auf 69,939, einschließlich der Außenbezirke sogar auf 125.000 (zum Vergleich: im Oktober 1978 waren es 10.549 und 1985 noch 19.333).[4]

Autorikschas hatten 2002 einen Anteil am Verkehrsaufkommen von 16 %.[5] Für als Taxis verwendete Autorikschas in Delhi wird dieser Anteil für 2001 mit 2 % beziffert.[6]

Zu den wichtigsten Herstellern von Autorikaschas in Indien zählen Bajaj (Marktanteil 2005 von 51 %), Piaggio (26 %), Force Motors (8 %) sowie Mahindra & Mahindra (7 %).[1] Weitere Hersteller sind Atul Auto oder TVS.

Autorikschas in Indien haben üblicherweise eine Nutzlast zwischen 0,5 und 1,0 Tonnen und haben in der Regel Einzylindermotoren mit 5–10 PS, die mit Benzin, Diesel oder Erdgas betrieben werden. Ihre Höchstgeschwindigkeit beträgt 50 km/h und der Verbrauch üblicherweise 3,3 bis 5,5 Liter auf 100 km.[1] Bereits seit den 1940er Jahren gab auf der Harley-Davidson WLA basierende Modelle, die wegen ihres Motorenklangs „Phat-Phati“ genannt wurden, und deren Einsatz seit 1998 verboten ist.[7][8]

Zumindest bei gewerkschaftlich organisierten Fahrern ist nur ein Viertel der Fahrer auch Eigentümer des Fahrzeugs.[4]

Gefahren werden Autorikschas fast ausschließlich von Männern. In Delhi wurde Sunita Chaudhary als erste Fahrerin unter etwa 60.000 männlichen Kollegen bekannt.[9][10]

Umwelt

Im Juli 1998 bestimmte das Oberste Gericht von Indien (Supreme Court of India), dass alle Autorikschas und öffentlichen Busse der Stadt Delhi auf den Betrieb mit Erdgas oder Flüssiggas umgestellt werden müssen. In der Folge konnte eine deutliche Verringerung der Emissionen durch die Autorikschas verzeichnet werden. Allerdings machte ein gleichzeitig immer weiter zunehmender Fahrzeugverkehr dazu, dass Neu-Delhi 2015 dennoch die höchste Feinstaubbelastung aller Städte weltweit hat[11].

Sicherheit

Als Taxi verwendete Autorikschas sind prozentual nur zu einem sehr geringen Teil in tödliche Unfälle verwickelt; allerdings werden die absoluten Zahlen als hoch angesehen. Bemängelt wird dabei die fehlende Sicherheitsausstattung (Sicherheitsgurte, Airbags, weiche Oberflächen) dieser Fahrzeuge.[6] Im Jahr 2014 waren 6300 der 140.000 Verkehrstoten in Indien auf Autorikschas zurückzuführen.[12]

Pakistan

In Pakistan ist die Nutzung der einfachen, aus Motorrad und Anhänger bestehenden Rikschas, die als Qingqi bezeichnet werden, streng reglementiert.[13] In Islamabad sind Autorikschas verboten.[14] In Karatschi hat die Autorikscha einen Anteil am Gesamtverkehr von 15 %. Gleichzeitig ist sie eines der lautesten Verkehrsmittel.[15]

Mit Sazgar gibt es in Pakistan einen einheimischen Hersteller von Autorikschas, die auch nach Japan exportiert werden.[16][17]

Südostasien

In Indonesien sind auch Fahrradrikschas (Becaks) und normale Taxis verbreitet. Auf den Philippinen werden die Autorikschas „Tricycle“ (englisch: Dreirad) genannt.

In Thailand heißen Autorikschas auch „Samlor“ (Thai: สามล้อ, gesprochen: [sǎːm-lɔ́ː]).

Thailändische Hersteller von Autorikschas sind oder waren unter anderem Tuk Tuk Forwarder, Chinnaraje, Monika Motors und Expertise.

In den letzten Jahren nahm die Anzahl der Tuk-Tuks stark ab. Vor allem in Bangkok machen Taxis, die klimatisiert, bequemer und nicht teurer sind, diesen traditionellen Fahrzeugen Konkurrenz. Auch der Bangkok Skytrain und die Bangkok Metro tragen zur Entspannung der Verkehrssituation bei, was den Tuk-Tuks ihren spezifischen Vorteil mehr und mehr nimmt. Zudem sind spezialisierte Motorrad-Taxis (125 cm³) für Kurzstrecken sehr beliebt.

Europa

In Europa werden Autorikschas mittlerweile vor allem im Tourismus eingesetzt. Ausstattung und Komfort sind dabei der Klientel angepasst: die Karosserie ist bunt lackiert und mit Chrom abgesetzt, eine weich gepolsterte Sitzbank und ein LC-Bildschirm stehen den Nutzern zur Verfügung. Ein Automatikgetriebe schaltet die Zweitaktmotoren.[18] Probleme entstehen beispielsweise durch die zusätzliche Lärmbelästigung, vor allem auch, weil viele Fahrer in eigentlich für den Autoverkehr gesperrte Straßen und Gassen einfahren.[19]

Film

Die Fahrer werden in Bollywood-Filmen meist negativ charakterisiert, sind die Bösewichte, die Fahrgäste entführen oder zumindest um ihr Geld bringen. Eine Ausnahme ist der vom tamilischen Schauspieler Rajinikanth dargestellte Autorikscha-Fahrer, der in dem Film Baasha als großer Wohltäter auftritt. Bilder des Schauspielers sind an den Autorikschas im Bundesstaat Tamil Nadu dementsprechend oft zu sehen.

Im 13. James-Bond-Film Octopussy entkommen Bond und ein weiterer Agent ihren Feinden in einer Autorikscha. In Wes Andersons The Darjeeling Limited wird Bill Murray als unbekannter Handelsvertreter mit einer Autorikscha in halsbrecherischem Tempo zum Bahnhof gefahren.

Im kanadischen Spielfilm Amal von Richie Mehta aus dem Jahr 2007 steht ein bescheidener Autorikschafahrer im Mittelpunkt, der das Erbe eines Milliardärs erhalten soll.[20]

Expeditionen

In jüngster Zeit haben vereinzelt Autorikschas als Expeditionsfahrzeuge auf dem Weg von Asien nach Europa ihre Leistungsfähigkeit bewiesen, zum Beispiel 2006 von Bangkok nach Brighton[21] und 2007 von Darjeeling nach London[22].

2012/2013 wurde von zwei Lehrern eine weltumspannende Rekordfahrt – rund 42.000 km in 16 Monaten – ab London absolviert.[23]

Im Februar 2016 startete der Autoelektronikingenieur Naveen Rabelli seine Tour von Bangalore, der Hauptstadt des indischen Bundesstaates Karnataka, nach Bombay; von dort per Schiff nach Bandar Abbas im Iran und weiter über die Türkei, Griechenland, Bulgarien, Serbien, Ungarn, Österreich, die Schweiz, Deutschland und Frankreich nach London, wo er im September 2016 angekommen ist. Das besondere an seinem Fahrzeug ist die Art des Antriebes: Ein durch drei Lithium-Ionen-Akkus angetriebener Elektromotor, unterstützt durch Photovoltaik-Paneele auf dem Dach des Fahrzeuges. Die Reichweite der Akkus beträgt ca. 60 Kilometer bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 40 km/h.[24][25][26][27] Ab Ostern 2017 wird Rabellis Elektroriksha im Verkehrshaus der Schweiz (VHS) in Luzern ausgestellt.

Siehe auch



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