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Narziss (12105 views - Human)

Narziss (griechisch Νάρκισσος, Narkissos, lateinisch Narcissus) ist in der griechischen Mythologie der schöne Sohn des Flussgottes Kephissos und der Leiriope, der die Liebe anderer zurückwies und sich in sein eigenes Spiegelbild verliebte.
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Narziss

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Narziss (griechisch Νάρκισσος, Narkissos, lateinisch Narcissus) ist in der griechischen Mythologie der schöne Sohn des Flussgottes Kephissos[1] und der Leiriope,[2] der die Liebe anderer zurückwies und sich in sein eigenes Spiegelbild verliebte.

Mythos

In Thespiai hatte der Flussgott Kephissos die Wassernymphe Leiriope vergewaltigt und geschwängert, worauf Narziss (Narcissus) geboren wurde,[3] dem der Seher Teiresias nur dann ein langes Leben voraussagte, sollte er sich nicht selbst erkennen („si se non noverit“[4]).

Er wurde von Jünglingen und Mädchen gleichermaßen umworben, war aber von trotzigem Stolz auf seine eigene Schönheit erfüllt und wies all seine Verehrer und Verehrerinnen herzlos zurück. Diese Kränkung widerfuhr auch der Bergnymphe Echo und dem Bewerber Ameinias,[5] dem Narziss ein Schwert zukommen ließ. Zwar brachte sich Ameinias noch auf der Türschwelle mit dem erhaltenen Schwert um, nicht aber ohne zuvor die Götter anzurufen, seinen Tod zu rächen. Nemesis (nach anderen Quellen Artemis) hörte die Bitte und strafte Narziss mit unstillbarer Selbstliebe: Als er sich in einer Wasserquelle sah, verliebte er sich in sein eigenes Spiegelbild ohne zu erkennen, dass er sich selbst sah.

Ovid erzählt weiter: Narziss erkannte die Unerfüllbarkeit seiner Liebe, ohne dass es ihm etwas nützte: Er verzehrte sich und verschmachtete vor seinem Ebenbild bis zum Tod. Seine letzten Worte wiederholte Echo: „Ach, du hoffnungslos geliebter Knabe, lebe wohl!“ Statt seines Leichnams fanden die Dryaden eine Narzisse.[6]

Pausanias überliefert: Eines Tages setzte sich Narziss an den See, um sich seines Spiegelbildes zu erfreuen, woraufhin durch göttliche Fügung ein Blatt ins Wasser fiel und so durch die erzeugten Wellen sein Spiegelbild trübte. Schockiert von der vermeintlichen Erkenntnis, er sei hässlich, starb er. Nach seinem Tode wurde er in eine Narzisse verwandelt.[7]

In einer anderen Version stürzt Narziss in den See und ertrinkt.[8]

Darstellung in der Kunst

Narziss war schon in der Antike ein beliebter Gegenstand der bildenden Kunst. So finden sich Darstellungen des Narziss auf geschnittenen Steinen, späten Reliefs und besonders auf Sarkophagen. Am bekanntesten sind die etwa fünfzig Wandgemälde mit Darstellungen des Narziss, die in Pompeji gefunden wurden. Sie zeigen ihn in verschiedenen Variationen als Jäger am Wasser sitzend und sein Spiegelbild (nicht immer mit dargestellt) betrachtend.

An der Wende zum 20. Jahrhundert wird Narziss vor allem bei den französischen Schriftstellern André Gide (Traktat vom Narziß) und Paul Valéry (Narziss spricht) zur Personifikation einer rein selbstbezüglichen Dichtung, wie sie in der Moderne oft intendiert wird.

Bei dem Werk des spanischen Dichters Pedro Calderón de la Barca verbleibt der junge Narisco anfangs in einer Höhle, da die Mutter ihn vor der Prophezeiung schützen will. Die Mutter vergiftet die Zunge Echos, sodass diese nur noch gelähmt die letzten Wortsilben wiederholen kann.

Von Rainer Maria Rilke stammen zwei Gedichte und ein Gedichtsentwurf mit der Überschrift Narziss.

Eine neue Theorie zur Herkunft

Aufgrund unveröffentlichter Inschriften aus Eretria auf Euböa und bisher vernachlässigter Indizien vermutet der Althistoriker Denis Knoepfler neuerdings, dass der Ursprung des Mythos von Narziss nicht in Böotien, sondern im Heiligtum des Narkittos in Amarynthos bei Eretria, also weiter südlich, anzusiedeln sei. Anders als die hellenistisch-römischen Quellen, die Narziss als einen jungen Schönling betrachten, wird er dort als mächtige Naturgottheit dargestellt. Dabei scheint dieselbe mythische Figur angesprochen zu werden, die ansonsten als Hyakinthos bekannt ist, der in der griechischen Region Amyklai und im Einflussgebiet Spartas verehrt wurde.[9]

Siehe auch



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