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Arbeiterklasse (6469 views - Day Of)

Das Wort „Arbeiterklasse“ dient heute in erster Linie als Terminus des Marxismus, der dort häufig synonym mit „Proletariat“ verwendet wird (Näheres hierzu bei Konkurrierende Begriffe zum Begriff „Proletariat“). Der Begriff geht auf die industrielle Revolution zurück, seine Definition ist aber heute umstritten. Die Angehörigen der Arbeiterklasse sind nicht automatisch gleichzusetzen mit Arbeitern im Sinne von überwiegend körperlich arbeitenden Beschäftigten.
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Arbeiterklasse

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Das Wort „Arbeiterklasse“ dient heute in erster Linie als Terminus des Marxismus, der dort häufig synonym mit „Proletariat“ verwendet wird (Näheres hierzu bei Konkurrierende Begriffe zum Begriff „Proletariat“). Der Begriff geht auf die industrielle Revolution zurück, seine Definition ist aber heute umstritten. Die Angehörigen der Arbeiterklasse sind nicht automatisch gleichzusetzen mit Arbeitern im Sinne von überwiegend körperlich arbeitenden Beschäftigten.

Definitionen

Einige Marxisten und Marxismusforscher fassen den Begriff jedoch weiter. Nach Hal Draper bildet das industrielle Proletariat den Kern der Arbeiterklasse, danach kommt das nicht-industrielle Proletariat, also die Lohnarbeiter im Bereich der Dienstleistungen und der Landwirtschaft. Lohnarbeiter, die nicht zum Proletariat gehören, sind nach Draper Lohnarbeiter in den Bereichen, wo kein Mehrwert im marxistischen Sinn geschaffen wird, etwa im staatlichen Bereich.

Schließlich zählt Draper auch noch Arbeiter zur Arbeiterklasse, die nicht Lohnarbeiter sind. Dies wären z. B. mithelfende Familienangehörige in der Landwirtschaft, kleine selbständige Handwerker, Bauern, kleine Selbständige wie Ladenbesitzer und ähnliche (also das traditionelle Kleinbürgertum).

Die Arbeiterklasse heute

Während früher als „Arbeiterklasse“ hauptsächlich die Fabriksarbeiter verstanden wurden, ist die heutige Bedeutung des Begriffs umstritten. Nimmt man die in der amtlichen Statistik als „Arbeitnehmer“ (die „Arbeiter“ und „Angestellte“ umfasst, auch die angestellten Manager) bezeichneten Personen als statistische Ersatzgröße für den Umfang der Arbeiterklasse, dann ist mengenmäßig kein Schwinden der Arbeiterklasse zu beobachten. In der Abbildung ist der Anteil der Arbeitnehmer (ein Begriff, der schon im 19. Jahrhundert als Gegenstück zu „Arbeitgeber“ geprägt wurde) an den Erwerbstätigen insgesamt dargestellt. Die Erwerbstätigen sind die „Arbeitnehmer“ und die „Selbständigen und die mithelfenden Familienangehörigen“ (letzteres sind also nicht nur „Kapitalisten“). Allerdings ist diese Einteilung umstritten, weil so auch hochbezahlte Angestellte als Arbeitnehmer zählen. Umgekehrt gibt es viele selbständige Geringverdiener.

Der Anteil der Industriearbeiter an den Beschäftigten erreichte im Zuge der sogenannten Zweiten Industriellen Revolution in den 1960er Jahren einen Höhepunkt und sinkt seitdem kontinuierlich.

Informelle Arbeiterklasse

Die informelle Arbeiterklasse (englisch informal working class) ist ein vor allem von Mike Davis geprägter soziologischer Begriff für eine Klasse von über einer Milliarde vorwiegend junger urbaner Menschen, die in keiner Weise formell mit der Weltwirtschaft in Verbindung stehen und vorwiegend in Slums versuchen zu überleben. Nach Davis entspricht diese Klasse nicht mehr den gesellschaftstheoretischen Begriffen einer Klasse, so wie sie von Karl Marx, Max Weber oder der Modernisierungstheorie entwickelt wurden. Danach entwickelte sich diese Klasse seit den 1960er-Jahren weltweit, vor allem in der südlichen Hemisphäre. Im Unterschied zu bisherigen Vorstellungen etwa von einer Klasse des Lumpenproletariat oder den Vorstellungen eines „Slum der Hoffnung“ aus den 1920er- und 1930er-Jahren werden den Mitgliedern dieser Klasse kaum Chancen zugeschrieben, formelle Strukturen der Ökonomie zu erlangen.[1][2][3]

Der Begriff „Arbeiterklasse“ in der SBZ/DDR (1945–1990)

Der Begriff „Arbeiterklasse“ wurde in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) ab 1945 und in der DDR von 1949 bis 1990 häufig verwendet. Er war Teil eines auf den Marxismus-Leninismus gegründeten Weltbildes, auf das die SED als Staatspartei der DDR ihren Daseinszweck und ihren Führungsanspruch stützte.

Das Gebiet der späteren DDR wurde 1945 von sowjetischen Truppen (Rote Armee) besetzt und zur SBZ erklärt. Die sowjetische Besatzungsmacht (SMAD) setzte zuerst den Zusammenschluss von KPD und SPD zur SED durch und anschließend die Entwicklung der Partei zur marxistisch-leninistischen Kaderpartei und zur führenden Staatspartei der 1949 gegründeten DDR.

Die SED regierte gesetzmäßig anführend und durchdrang umfassend die Organe aller drei Gewalten (Legislative, Exekutive und Judikative) mit SED-Nomenklaturkadern (Ein-Parteien-Herrschaft). Die SED erhob den Anspruch, „Avantgarde der Arbeiterklasse“ zu sein und deren Interessen durchzusetzen. Sie verstand sich als die von allen gesellschaftlichen Kräften anzuerkennende politische Führung im Kampf für den Aufbau des Sozialismus bzw. Kommunismus und um den Frieden. Ebenso sah sie sich als fester und untrennbarer Bestandteil der kommunistischen Weltbewegung.

Die SED sah sich in enger Kampfgemeinschaft mit der KPdSU (kommunistische Partei der Sowjetunion) und sah sich an einer historischen Mission der Arbeiterklasse weltweit und im Speziellen gegenüber der Bundesrepublik Deutschland beteiligt.[4]

In der sozialistischen Verfassung der DDR von 1968 (in der Fassung von 1974) war die führende Funktion der SED bereits in Artikel 1 beschrieben und festgelegt:

„Die Deutsche Demokratische Republik ist ein sozialistischer Staat der Arbeiter und Bauern. Sie ist die politische Organisation der Werktätigen in Stadt und Land unter der Führung der Arbeiterklasse und ihrer marxistisch-leninistischen Partei.“[4]

Siehe auch



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